The Soul's Mirror
 

Riggs
 

Alles Glück dieser Welt

Alles wird gut

Ansage

Aufgabe

Denkansatz

Der Komet

Destiny

Die fünfte Jahreszeit

Drei weiße Lilien

Eisglut

Eiszeit

Engel des Lichts

Entscheidung

Erinnerungen

Erstrebenswert

Frühling

Für Lisa

Gedanken

Grabrede

Händetanz

Heimat

Herbst

Herbstlied

Höhen

Illusion

Lass mich

Menschlich

Pfand

Seelen-Roulette

Sommer

Standpunkt

Tod

Traurigkeit

Ungewissheit

Unvermögen

Vertrauen

Vollkommen

Warten

Winter

Winterbrief

Wünsche für Dich

Zu wenig

Zweifel

Alles Glück dieser Welt

Ich wünsche ich könnte es auf den Rücken eines Nachtfalters binden und ihn zu Dir fliegen lassen.
Und Du, Du dürftest das Glück behalten, dem Schmetterling schenke aber bitte die Freiheit.
Denn das ist sein Glück.

Ich wünsche ich könnte all meine Liebe für Dich in eine Rose verwandeln.
Die jeden Tag in Deinem Garten blüht. Bitte schneide sie nicht ab, lass sie für Dich blühen.
Denn das ist mein Glück.

 

Alles wird gut

Ich sehe Menschen,
die ihr eigenes Genick gebrochen haben;
hoffnungstolle Gesichter,
wie aus einem Albtraum entsprungen;
eingefrorene Fratzen,
denen der Satz „Alles wird gut“ die Lippen abfaulen ließ.
Schlaflose Nächte auf Kissen wie Mühlensteine,
bedeckt von grauem Haar.
Kurze Tage, an denen die Sonne an Automaten käuflich ist
und der Mond uns blendet.

Willkommen im Leben Fremder....die Zahncremetube ist leer.
und vergiss nicht, zurückzulächeln.

Ansage

Ich möchte Dir sagen
wie es ist, wenn ich in Deine Augen blicke
die ich nicht sehen kann.

Ich möchte Dir sagen,
wie es sich anhört, wenn Deine Stimme
von meinem Herzklopfen übertönt wird.

Ich möchte Dir sagen,
wie es schmeckt, Glück zu spüren
und trotzdem Tränen zu trinken.

Ich möchte Dir sagen,
wie ich mich fühle, wenn es mir leid tut
und ich doch nichts bereue.

Ich möchte Dir sagen,
wie schön das Fliegen ist,
meine Flügel aber gebrochen sind.

Ich möchte Dir sagen,
wie ewig das Warten ist
und wie kurz Deine Weile dazwischen.

Ich möchte Dir sagen,
daß die Luft ohne Dich eine andere ist,
und mein Herz versengt.

Ich möchte Dir sagen,
daß mein Leben beendet ist
und durch Dich neu begann.

Ich möchte Dir sagen,
.... ich möchte Dir sagen,
ich liebe Dich!

Aufgabe

Fürchtest Du die Dunkelheit und den nahenden Sturm;
lege Dich unter meinen Flügel, ich werde Deine Angst vertreiben,
bist Du alleine und der Tag wird zur sternlosen Nacht;
such Deinen Schatten, er ist meine Seele die ich Dir schenkte.
Suchst Du Dein Gleichgewicht, stehst kurz vor dem Fall,
denk an meine Hände, weich streicheln sie Dir meine Ruhe auf die Stirn.
Bist Du müde und sehnst Dich nach einem weißen Schlaf;
bewache ich Dich und vertreibe die ewig gestrigen Dämonen.
Verzweifelst Du an allen und am meisten an Dir,
vertraue mir, ich bin Dein Engel der Dich liebt.

Denkansatz

Mit dem Herzen zu denken war mir ein Grundbedürfnis.
Es wurde bestraft.
Meinem kopf zu vertrauen, fiel mir schwer aber ich tat es.
Es wurde bestraft.
Ich werde trotzdem meinem Herzen weiter vertrauen und versuchen mit dem Kopf zu denken.

Der Komet

Ich bin steinalt, und habe viel gesehen...
Ich kenne das Licht, die Dunkelheit, sengende Hitze und steinerne Kälte.
Ich bin die Ruhe und nichts kann mich aus meiner Bahn bewegen.
Und ich habe vergessen wo die hinführt.


Ich kenne tausend Engel und die Ausgeburt der Hölle.
Und manchmal sind sie Eines.
Ich sehnte den Tod, ich brachte die Liebe.
Nichts ist mir fremd, Nichts ist mir neu.
Und trotzdem lerne ich immer wieder.


doch ich bin müde....


Müde von der Wanderschaft, dem Warten und dem Hoffen;
Den zarten Küssen der Sterne, dem Streicheln der Sonnenwinde.
und von den stummen Versprechen der Monde,
der bitteren Kälte meines einsamen Bettes,
der Ebbe und der Flut, dem Donner und der Sonne meiner Gefühle.


Engel und Teufel haben mich ausbluten lassen,
gaben mir Kraft den Weg weiterzugehen
Verbrannten mich und kühlten mich ab...und aus...
Lachten mir nach und fickten miteinander
Weinten mir nach und ihre Tränen flossen mein Fenster hinunter...


und ich bin müde...


Ich bin zu leer um meine Augen noch zu öffnen,
ich steuere verbrannt ins kühle Nichts.
Ich bin zu voll um einzuschlafen
Sonne, ich komme. Ich gehöre Dir.

Destiny

Die Erde wird sich weiterdrehn,
der Mond und die Sonne werden ihr tägliches Versteckspiel weiterspielen...
und wir....wir sind Schachfiguren auf dem Brett Gottes.
Wir spielen unsere Rolle, genausolang wie er es mag...
Wir werden geboren, wir werden sterben, wir werden lieben und wir werden trösten...

Die fünfte Jahreszeit

Es ist weder Tag noch Nacht, es ist heiß und gleichzeitig schneidet mein Atem Dampfspuren durch die Luft. Die fünfte Jahreszeit ist angebrochen und außer eisernen Kugeln gibt es nichts, außer mir, meiner Vernunft und zerrissenen Banden.
Vorbei die Zeit von Brot und Spielen, von Joints und Illusionen die uns einen gemeinsamen tiefgründigen Nenner und jegliches komödiantische Gefühl, in allen Variationen, vormachten. Den diese brachten mir den Himmel, der mich auf der Erde kriechen ließ. Und mich als Lurch zerquetschte. Den Höhenflug, den ich wie Ikarus zu Ende brachte.
Die Zeit der Mediokrität, der Dackelblicke, der abgerissener Brücken und sinnlos hohlen Sprüchen ist vorbei.
Hereingebrochen ist die Zeit des eisigen Blickes, der mit flüssigem Stahl gefüllten Adern...es ist meine Jahreszeit. Und diese ist perfekt. Es gilt was ich bestimme. Denn ich regiere sie. Und ich regiere mich. Ich bin aus Feuer, ich bin aus Eis, und willst Du in mich reinsehn, musst Du brennen und vor Kälte bersten.
Und wagst Du es, in meine Kreise einzudringen, dann sei gewarnt. Du wirst dich wohlfühlen, die Königin deines Himmels und deiner Erde sein. Die Sonne wird deinen Bauch pinseln und dein Durst wird von Ambrosia gestillt. Du wirst die Sterne sehn und das Todeslied der Nachtigall genießen.
So lange bis Du zu Eisen erstarrst oder ich dich mit meinem Blick verschlinge und dich zurück in deine Welt ausspeie. Auf deine Erde, unter deinen Himmel, dem ich entsagte.
Und dann, beginnt deine fünfte Jahreszeit.

Drei weiße Lilien

Mein Innerstes spürt den Sturm
der Dich bewegt.
Mein Innerstes ist Liebe,
Hoffnung und die Traurigkeit
die Dich verletzte.
Mein Innerstes gehört mir nicht mehr,
seit ich Dich liebe.
Mein Innerstes sind drei weiße Lilien,
die täglich auf Dich warten wollen,
damit Du sie umarmst.

Eisglut

Du hast ein Feuer in mir entfacht
das kein Regen und kein Wind löschen konnten
Nur meine Tränen schafften es
und brachten mir die Eiszeit.
Doch tief in mir lodert Deine Glut
und möchte Dich mit mir verschmelzen
Durch Deine Tränen des Glücks,
die als Schneeflocken den Schatten meiner Burgruine bedecken.

Eiszeit

Die Heizkörper bleiben kalt,
obwohl meine Energiekosten ins Unermessliche gestiegen ist.
Ich liege im kochend heißen Wasser und friere,
meine Seele ist gefrorenes Blei.
Ich habe kein Feuer mehr;
es ist bei Dir und hat Dich versengt.
Ich warte, daß mein Bad das Gleiche mit mir tut.
Aber ich fühle schon
Eisstücke an meiner Haut.

Engel des Lichts

Tanz für mich, Engel des Lichts,
bei Vollmond im Schein kalter Kerzen.
Lasse dabei meine Seele vor Lust schmelzen
und nimm meine Liebe als ewiges Pfand der Verbundenheit auf.

Atme für mich, Engel des Lichts,
und bring Leben in meine Dunkelheit.
Ich will mit Dir weiteratmen...
Und wir werden beim Sonnenaufgang
tanzend, eng umschlungen erwachen.

Entscheidung

Ich frage mich, was wohl schöner ist:
Dich mit deinem ruhiger werdenden Atem in den Schlaf zu begleiten?
Oder Dich am Morgen wach zu küssen.
Dir vertrauensvoll überall hin zu folgen?
Oder für Dich einfach nur da zu sein.
Dich zärtlich zu liebkosen?
Oder von Dir berührt zu werden.
Sonne oder Mond, nacht oder Tag, Sommer oder Winter mit Dir.

Ich kann und will mich nicht entscheiden.

Erinnerungen

Die tote Zeit lebt in uns,
prägt unser Gemüt, unsere Seele und unser Handeln.
Lässt unser Haar weiß werden und unsere Worte weise.
Lässt unsere Glieder warm werden, unsere Herzen höher schlagen.
Lässt uns bereuen an den Schicksalskreuzungen
manch falschen Weg eingeschlagen zu haben.
Um an der nächsten Ampel das Grüne abzuwarten
oder wieder, gegen besseres Wissen, den gleichen Weg zu gehen.

Doch brauchen wir sie, die tote Zeit
Um frei zu unserer Ziellinie voranzuschreiten,
wo immer... wann immer diese kommt...
Im Kreislauf des Lebens, schließend,
unserem Dasein einen Sinn zu geben.

Erstrebenswert

Wenn Augenblicke zur Ewigkeit verschmelzen,
und Nähe den Regenbogen in unseren Herzen aufgehen lässt,
wer begreift, daß jeder Rückschlag einen Schritt nach vorne bedeutet,
und alles seinen Sinn im Leben hat,
der ist glücklich...
Auch wenn dieses Glück eine salzige Spur auf unseren Gesichtern hinterlässt.
Je tiefer diese Spuren sind, umso reicher ist man.

Frühling

Wie eine langsam wachsende Insel in einem Meer aus Schnee,
wächst unter genesenden Sonnenstrahlen,
das vermoderte Laub des Vorjahres,
und lässt mich für einen Augenblick den bitteren Geschmack des Herbstes schmecken.
Fast unsichtbar, im zarten Grünkleid, kämpft ein Schneeglöckchen
den fast aussichtslosen Kampf mit der kalten Kralle des Winters,
den es, früher oder später, gewinnen wird.
Ich sitze im Schatten der noch ergrauten Tanne und warte...
Warte auf das Einreißen des inneren und äußeren Winters,
auf das spielende Treiben der geschmolzenen Eistropfen im Sturzbach,
Auf die letzte Schneeflocke, die auf meiner Haut zergeht
und mir das Gefühl gibt geliebt zu werden.
Und auf das Herzflattern, wenn Du, mein Frühling, daran klopfst.

Für Lisa

Wenn der Himmel weint und die Traurigkeit im stummen Schrei die letzte Hoffnung raubt,
erscheinen Engel und fangen Dich auf.
Geben Dir Kraft und lassen Hoffnung in Deinen Augen aufkeimen.
Sie schaun in Dein Herz hinein und streicheln Deine Seele.

Du hast in mein Herz gesehn und meine Seele gestreichelt,
hast die Sonne am Morgen wieder aufgehn lassen und die grauen Wolken waren mir egal.
Bleib mir ewig erhalten, Du Engel des Lichts...
und lass mich Dein Engel der Nacht sein.

Gedanken

Tausend Stunden weit bist Du weg,
und trotzdem leuchtet der gleiche Mond in Deinem Zimmer.
Ist er es, der mich an Dich denken lässt?
Oder Deine sanften Berührungen, die mich heute noch weckten...
Werden wir geblendet von Nebel und Sandsturm
oder erliegen wir dem quälenden Ton der Zeit?
Lass mich in Deine Augen sehn und zeig mir die Zukunft,
lass mich der Anker Deines Schiffes sein
und die Glaskugel in Deiner Hand., die Du behältst,
oder wegwirfst.

Grabrede

Die Liebe ist verblichen.
Wir streuten Salz auf ihre Wunden,
trugen sie zu Kreuze und schlugen sie tot.
Jetzt warten wir auf das Singen der Lerche und beweinen sie.
Und hoffen, dass sie wiederkommt
um von uns verspottet und vergiftet zu werden.

Sie wird wiederkommen,.
uns die andere Wange hinhalten und uns Folterknechte besiegen.
Mit einem neuen Morgengrauen, einer streichelnden Hand
und dem Lied der Nachtigal.
Die Spötter werden diese Niederlage jedoch nie erfahren.
Sie werden blind, taub und gelähmt vom eigenen Gift
sich selber lieben müssen.

Händetanz

Ich hatte zwei Hände für Dich,
die Eine schlugst Du mir ab, die Andere aus,
Die dritte Hand musst Du mir reichen,
wenn Du mit mir tanzen willst.

Heimat

Lege mir Steine aus,
damit ich den Weg zur Mitte deines Herzens suchen kann.
Um meine Heimat zu finden...
aus deinen Steinen baue ich Dir ein Haus,
in meinem Herzen und hoffe,
Du findest darin Deine Heimat.

Herbst

Im goldenen Laub breitet sich das kalte Feuer aus
Und lässt Dämonen wach werden.
Wo ist die Sonne, die einst meine Seele erwärmte?
Wo die Sternenschnuppe, die meine Wünsche verriet?

Meine magische Kraft ist am schwinden
Mein Herz am erkalten.
die goldene Schlange windet sich wie eine Heckenrose um meine Seele
und blutet sie aus.

Herbstlied

Ich sehne die unbeschwerten Tage herbei,
als ich noch jung und unerfahren über ungepflügte Felder ging.
Noch hoffnungsvoll dem Morgentau glaubte,
der frisch und ohne Falschheit zu mir sprach
mir die Sterne zeigte, die weinend, vom Dunkel der Nacht Abschied nahmen.
Als der Mond noch stumm und gelb war und nicht, auf meinen Kopf fallend,
mich erschlug mit seiner Schwermut.

Doch alles ist verwandelt
Die Düfte der spätherbstlichen Abende schmecken so viel anders.
Sie schmecken grau, nach Schnee, nach dem Schrei der Raben.
Doch diese schreien vergeblich nach der verlorenen Zeit
auf dem verbluteten Acker
auf dem ich einst dem Morgentau vertraute.

Höhen

Je höher Du auf der Leiter der Gefühle steigst,
desto tiefer fällst Du.
Du landest weich, wirst geküsst und aufgefangen von Deinem Liebesengel.
Du landest hart,
wirst aber aus Deinen zerborstenen Knochen eine neue Leiter bauen.
solange Du noch Knochen hast und an Engel glaubst.

Illusion

Wäre Liebe Illusion,
würde in meiner Seele ein Drachen leben,
der mich mit seinem Feuer verbrennt.
In meiner Seele blüht aber eine Kornblume,
deren Samen Du mit Deinem Lachen keimen,
mit Deinen Tränen gegossen hast.

Wäre Liebe Illusion,
wären meine gebrochenen Flügel nicht geheilt,
ich könnte dem glutspeienden Drachen nicht entkommen,
der Kornblume nicht mein Licht schenken.
Ich aber kann wieder Fliegen und meine Augen leuchten wieder.

Wäre Liebe Illusion,
gäbe es nur tote Asche hinter unserem Spiegel der Seele.
es gäbe keine singenden Vögel am Morgen,
keine leuchtenden Sterne in der Nacht.
Nur noch versteinerte Tränen, von denen niemand weiß
warum sie geronnen sind.

Lass mich

Lass mich Dein Blut sein
Dein Herz mit meiner Liebe tränken
das Salz auf Deiner Haut,
die Spuren Deiner Tränen lenken.

Lass mich Dein Schatten sein,
Dir heiße Kühle spenden,
die Narben Deiner Seele küssen,
beim Liebesspiel der Lenden.

Lass mich Dein Sandmann sein
in Deine Träume Dich begleiten
mit Dir umarmt, ganz losgelöst
die Dunkelheit beschreiten

Lass mich Dein Licht sein,
beim ersten Sonnenstrahl am Morgen
aus Deinen Träumen weckend
Dir wegküsst alle Sorgen

Lass mich Dein Mann sein,
Dein Freund und Dein Geliebter,
Lass mich Dein Blut sein,
und geh nicht fort, nie wieder.

Menschlich?

Es ist eine Kunst, das innere Gleichgewicht
zwischen Herzliebe und Verstand zu schaffen und zu behalten.

Es ist erstrebenswert, Herzliebe und Verstand
beidseitig zu empfinden und zu teilen.

Es ist töricht, sein Herz zu verneinen
um sich alleine dem Verstand zu unterjochen.

Es ist Selbstmord, das Herz verstandlos, hoffnungslos
für des anderen despotischen Verstand laut schlagen zu lassen.

Sind wir nun
Künstler?
Idealisten?
Narren?
Selbstmörder?

oder nur Menschen?...

Pfand

Eines Nachts klopfte es an meiner Tür. Ich schloss sie auf und Deine unverhoffte Anwesenheit zauberte Freude in mein Gesicht.
Am nächsten Morgen erwachte ich lächelnd und suchte Dich; Du warst nicht da...
Später sagtest Du mir, Du hättest an mein Herz angeklopft und es mitgenommen. Und mir Dein Lächeln als Pfand dagelassen.

Seelen-Roulette

Solltest Du mich mit Rosen und süßen Worten bewerfen
und mir den hellsten Stern vom Himmel schenken wollen,
vergrabe ich meine Zunge in die Stille der Dornen,
wecke den grollenden Sturm mit seinem Blitz der mich tötete
und entgleite ins Schwarze der Nacht.

Doch bist Du bereit,
wortlos Dein Herz aus dem Leibe zu reißen,
dann werd ich es träumen.
Schweigend, ohne Rosen oder Sterne,
werden wir im tosenden Donner,
mit einem Herzen und einem Lächeln,
aufrecht stehen und ihn vergessen.

oder beide vom Blitz zerrissen werden.

SOMMER

Der schrille Chor der Grillen und das Platzen gerösteter Weizenkörner im brütenden Mittag bringt mein Trommelfell um den Verstand.
Ich ertrinke im Schweiß der sengenden Hitze und mein Geduldsfaden brennt. Mein Blick wird getrübt vom Flimmern heißer, bittersüßen Erinnerungen, die sich in meinem Kopf in Zeitlupe bewegen.
Ich sehe aufsteigenden Schwäne, die meine Gefühlsnachgeburt in einem weißen Trauerzug zu Grabe tragen.

Es ist vorbei und die Erleichterung fühlt sich schwere- aber auch gefühllos an.
Meine Schritte enden in meinem von Brenneseln und Heckenrosen umzäunten Grab, in dem ich einst, vor Lust dem falschen Schwert des kleinen Todes und dem Kuss der stummen Liebe erlag.
Und während das Kreuz des Vergessens über meiner Stirn abbrennt und ich zögernd dem Traum entfliehe,
läutet die Glocke das Gebet des schließenden Kreises ein.
Und ich weiß immer noch nicht, bin ich am Ende?
Oder ist es dein Anfang?
Lebe ich oder bin ich wach?
Bin ich noch Mensch oder verbrannte Asche,
die sich weigert dem Staub hüllenloser Jahre zu gesellen.
Du hast mich wieder gefunden, Du Wanderer zwischen Zeit und Seelen. Wie lange bleibst Du mir dieses mal erhalten, bis Du die Flucht ergreifst, oder dich als Freund zu erkennen gibst?

Standpunkt

Für Augenblicke zogst Du Deine Kreise mit mir,
und ich wagte es zu hoffen Dich von Deinen Wegen abzubringen.
Doch wie könnte ich?
Du bist die Sonne, ich Dein Komet.
Dich von Deinen Sternen wegziehen zu wollen ist
genauso vergeblich, wie mich Deinen Strahlen zu entziehen.
Oder selbst zur Sonne zu werden.
Es bleibt die Erinnerung, an der Quelle des Glücks genippt zu haben,
und in meiner kalten Einsamkeit, doch über meine Sonne zu wachen.

Tod

Die bleiernen Schleier in ihrer grauen Schwere
verdunkeln den glasigen Blick.
Lassen schneeweisse Schwäne dem kalten Fluss emporsteigen...
anmutig entschwinden sie gen Horizont, mit einem endgültigen Flügelschlag.
Für immer weg....

Hab ich auch alles gut getan, auch nichts vergessen?
Ich möchte gehen, der andern Schmerz hält mich zurück,
das Pendel an der Wand mein Herz noch schwingen...
und spüre, der nächste Glockenschlag wird es erlösen.
Der letzte Atem wird nach Weihrauch schmecken
der Blick wird brechen und mein stummer Schrei
wird auf Vergebung hoffen.

Weg ist mein ganzer Schmerz beim Schlag der Turmuhr
ich schwebe, flieg dahin, den Schwänen nach
die Schleier lösen sich, ich bin so leicht,
in Anmut lass ich Euch zurück...
Für immer weg...

Traurigkeit

Traurigkeit ist, wenn ich Geschehenes nicht wiedergutmachen kann
und es auch nicht versuche.
Wenn ich Dich ansprechen will
die Worte aber aus falscher Angst verschlucke,
wenn ich bei Dir sein könnte
um uns mit Worten und Taten zu heilen;
Stattdessen aber
alleine
die Traurigkeit ergründe.

Ungewissheit

Ich weiß wie Du bist, Dich anhörst und wie Du aussiehst.
Ich möchte wissen wie es ist- mit Dir zu streiten, zu versöhnen
zu lachen und zu weinen, einzuschlafen und zu erwachen.
Wie es ist, nachts die Hand auszustrecken und Dich zu fühlen...
Oder atemlos,
Dich zu vermissen....

Unvermögen

Kannst Du den Regen verjagen oder die Sonne daran hindern aufzugehn?
Kannst Du die Gezeiten anhalten oder den Wind einfangen?.
Ich, ich kann es nicht.
Genausowenig vermag ich es, Dich aus meinen Gedanken zu vertreiben
und aufhören Dich zu lieben.
Genausowenig kann ich meine Leidenschaft zähmen ohne daran zu zerbrechen.

Zähme Du sie, fange mich ein.
Oder verjage mich und erschlage mich mit Deinem Eis,
welches ich durch mein Feuer wärmen wollte.

Vertrauen

Nachts, wenn die quietschende Tür ins Schloss fällt
und alle Masken die wir tagsüber tragen sich lösen,
dann gehört Dein Wesen mir....
bereit mir zu dienen, bereit mir zu gehorchen.

Du lässt Dich fallen in ein grenzenloses Abyss,
und ich, der Meister der Dunkelheit, werde Dich beherrschen
Und Du wirst mir vertrauen, Deine Angst wird wie der Putz des alten Schlosses abbröckeln.
Du wirst Dich beschützt und wohlfühlen und Deine Seele wird für mich geöffnet sein,
bereit, mit meiner zu verschmelzen.

Vollkommen

Es kam plötzlich, aber irgendwie nicht überraschend. Doch die Intensität zog mir den Boden unter den Füßen weg. Es war der Höhepunkt von 22 ebenfalls vollkommenen Stunden.
22 Stunden voller Harmonie, und zweier gleich schlagenden Herzen. Zweier Herzen die endlich mal einen gemeinsamen Rhythmus gefunden hatten. Und dies jetzt für eine begrenzte Weile gemeinsam tun konnten. Und füreinander.
 
Der Kuss war so anders, er war voller Leidenschaft, er war gleichzeitig fordernd...zärtlich, verspielt, wild, süß ...ich schmeckte einen Tropfen Blut. Und er war einmalig.
Es war, als säße ich auf einer startenden Rakete, als würden mich heiße Schneeflocken streicheln, als würde mich ein Blitz zu Boden werfen und ein lautloser Donner zermalmen, in Einzelteile zerreißen und wieder zusammensetzen.
Es war als täten sich Himmel und Hölle auf, um miteinander zu verschmelzen. Genauso wie unsere Körper und unsere Seelen, nur durch das Spiel unserer Lippen und Zungen.
Und durch die magische Verbindung, die durch unsere Blicke entstand. Ich blickte in die tiefsten Augen die ich jemals gesehen habe. Sie waren nicht mehr bergseegrün, sie waren schwarz....

Unheimlich, unerklärlich, unendlich....

Ich verlor das Zeitgefühl, genau wie ich es ab der ersten gemeinsamen Stunde verloren hatte. Wie lange dieser Kuss wohl gedauert hat, wir wussten es nachher nicht mehr. Aber es war ein Kuss für die Ewigkeit.

Und müsste ich jetzt dafür den Rest meines Lebens auf alle Küsse verzichten, ich könnte es...
Weil ich die Vollkommenheit immer noch schmecke...

Warten

Der Weg des Tropfens aus dem Wasserhahn bis zu dem Meer,
kann unendlich lange sein.
Die Zeit, bis er im Waschbecken aufschlägt- Auch.
Das Ticken der Uhr beim einschlafen - wird störend
es regt meine Gedanken auf
und lässt tausend schwarze Züge an mir vorbeirauschen...

im Hauptbahnhof des Wartens.


Das schweigende Telefon lässt die blaue Kerze abbrennen,
die Stille im Raum wird unerträglich und greifbar,
sie fühlt sich wie eine Gefühlswolke an, die sich nie entladen wird.
Der Weg zum Meer ist so weit, das Boot dahin ist abgefahren.
Und mein weißer Zug wird nie einfahren...

Im Hauptbahnhof des Wartens.

Winter

Wenn die Eiszapfen vor Kälte bersten
und die Zeit der Regenbogen Vergangenheit ist,
wenn die Schneeflocken den grauen Acker küssen
und kein Vogel der aufgehenden Wintersonne entgegenfliegt,
wenn das Tal der Tränen vereist ist
und die Quelle der Erwartungen endgültig zufriert,

dann ist es soweit...
dann tauen die Gedanken auf und die Erleuchtung naht.
Seele und Verstand schließen Frieden und trinken sich in einen Rausch der Ruhe und halten Winterschlaf
Auszeit...

Winterbrief
oder, der eigene Gedankenaustausch....über Vergangenes und Künftiges


Nichts war geplant. Gar nichts.
Aber es kam mit einer Gewalt, wie ich sie noch nie erlebt habe. Diese Gewalt stellte sich nur im Nachhinein als eine gewaltige Gefühlslawine dar, unter der ich begraben wurde. Und wenn ich begraben sage, meine ich nicht beerdigt, die Lawine nämlich hatte mich wiederbelebt, mir gezeigt, daß ich doch fähig war zu atmen, zu denken, zu leben. Und sie gab diesem Leben einen Sinn. Die Lawine war eigentlich das, wofür ich mich monatelang geschützt hatte. Ich hatte mir eine Burg um mein verletztes Inneres aufgebaut. Und nun stand ich da, spürte und hörte ein leises Knirschen, aber ich blieb stehen.

Zuerst sah ich nur ein leisen Schneefall...er war verspielt, ich zimmerte zu der Zeit an meiner Burg, ich glaube ich war am Keller beschäftigt. Und diese Schneeflocke, auf die ich aufmerksam wurde, sie streifte zart meine Wange, machte mich neugierig.....sie war wohl selbst neugierig, hatte vielleicht Langeweile. In relativ kurzer Zeit, fand ich Gefallen an dem Dialog mit dieser Flocke, sie ließ sich nicht aus meinen Gedanken entfernen, sie war neugierig, wieso ich denn eine Burg baute und mich dahin versteckte. Ich merkte, daß die Flocke überhaupt nicht an der Oberfläche meiner Wange bleiben wollte. Sie wollte mehr, sie wollte tiefer...und...sie schmolz nicht. Und dann, fingen immer mehr Schneeflocken an vom Himmel runterzuschweben. Ich betrachtete diese, traute aber diesem Schauspiel nicht, obwohl ich vom ersten Kontakt mit der kleinen, runden, weißen Unschuld, merkte, daß es was Besonderes , etwas Neues war.

Es folgten die ersten acht Stunden mit der Frau, die ich lieben lernen sollte. Wir trafen uns, inmitten eines Schneesturmes. Damals empfand ich dieses winterliche Wetter als lästig, wie sich herausstellte, war es genau das passende Wetter. Irgendwie, im Nachhinein kann ich mir gar nicht vorstellen, daß es unter einer anderen Jahreszeit, oder unter einem sonnigen Dekor hätte stattfinden können.
Den ersten Kuss den ich dieser Frau gab, schmeckte so wundervoll. Wundervoll, weil sie ihn erwiderte, weil er nach süßer Unschuld schmeckte. Er schmeckte genauso, als verberge er noch so viel mehr an Dingen, Gefühlen die ich vermeintlich kannte. Ich kannte gar Nichts.
Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt nur ihre Stimme gekannt...sie hörte sich genauso schön, genauso zart auch in dem von Schneewehen umspielten Auto an, in dem wir nun saßen, uns ansahen und küssten.

Es folgten wunderschöne Tage, in denen ich meine Angst, meine Enttäuschungen , die ich während meines Lebens angesammelt hatte in meiner Burg versteckte. Diese wundervolle Frau jedoch merkte, daß ich zwar diese Tage und Stunden, die ich jetzt als Augenblicke empfinde genoss...sie merkte aber auch, daß der von mir gefüllte Keller voller unaufgearbeiteten Probleme überquoll.....
Und, obwohl ich es wusste, tief in meinem Inneren, daß mir bis zu dem Tage niemand so zugehört hatte, niemand auf meine Seele so eingewirkt hatte, niemand mir, in meinem ganzen Leben innerhalb so kurzer Zeit, soviel an Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit zukommen ließ, wendete ich mich ab, flüchtete in die tiefsten Ecken meiner Burg und war mal wieder orientierungslos...Was aber ganz schlimm war...ich hatte die Flocke auf meiner Haut mit meiner eigenen Hand zum Schmelzen gebracht. Ich hatte nun einen kleinen Tautropfen auf meiner Wange...
Und dieser Tautropfen...er brannte nicht mehr....

Er war da, er hörte mir immer noch zu, er besuchte mich...aber er brannte nicht mehr, er verschloss sich vor mir, zwar nicht ganz, aber ich hatte wohl Einiges kaputtgemacht, das Feuer der Flocke gelöscht.

Und dann merkte ich, wie sehr mir die Flocke eigentlich fehlte. Ich sah an vielen Stellen Tautropfen liegen, sah zu meinem herab und bekam Angst, nicht mehr der Auserwählte zu sein. Ich irrte herum, es ließ mir keine Ruhe, ich kam nicht zur Ruhe. Die Flocke war nicht mehr da....nicht mehr da, so wie ich sie eigentlich brauchte, wollte....Ich dachte, wie sehr ich sie brauche, wie gern ich mein Schicksal, mein weiteres Leben an diesen Leben spendenden Eiskristall verbinden möchte. Und als ich diese meine Gedanken richtig wahrnahm, fing es an in mir zu schneien.

Dann fing es an zu schneien. Und das zum Sommeranfang. In meinem Innersten. So sehr wünschte ich mir meine Flocke wieder. Und es passierte genau das, was ich durch den Bau meiner Burg vermeiden wollte. Die Lawine kam plötzlich, aber doch vorhersehbar. Ich stand da, ich wollte es wäre aufrecht...und blickte ihr entgegen. Die Burg war noch in Reichweite. Da diese Lawine aber in mir anfing sich zu lösen, nutzte mir meine Burg nichts mehr. Es traf mich mit aller Gewalt, so, wie ich es in meinem ganzen bisherigen Leben nicht empfunden habe. Bereit, Alles zu tun, um meine Flocke wiederzubekommen...

Noch ist es Sommer. Noch gefriert der Tau nicht.

Ich aber, bin bereit, der Flocke zu folgen...voller Angst, die Sonne könnte den Tau verdampfen lassen.

Ich möchte den Winter so sehr herbeischwören, aber ich kann an der Zeit nicht drehen, nach vorne nicht, nach hinten nicht.
Aber Du Flocke, sollst wissen...Ich werde Dir nie wieder Dein Feuer löschen.

Drum liege ich, im Schatten einer alten Burgruine und warte auf den Winter...
Den Winter der Liebe, den immerwährenden Winter der Gefühle...und ich warte auf meine Schneeflocke...die sich in mein Herz hineingebrannt hat und da immer weiterleben wird.

Wünsche für Dich

Mögest Du die Ruhe finden,
die ich schon so lang vermisse, Du
vor kurzem erst verloren.

Mögen Deine Gedanken klar werden,
wie der Blick aufs offene Meer, das Schiff
in weiter Ferne sei Dein Ziel.

Mögen Deine Träume leichter werden,
so zart wie tänzelnde Schneeflocken im Wind, und jeden Morgen,
sollst Du lächelnd dem Sonnenuntergang entgegensehn.

Zu wenig

Sagte ich Dir heute schon,
wie sehr ich Dich mag?
Und daß es nichts Schöneres gibt,
Als in Deinen Armen einzuschlafen
während Deine Lippen meine Sinne streicheln?
Daß ich für ein friedvolles Wort,
eine zärtliche Berührung von Dir
aufhöre zu atmen?
Weil es das Letzte ist, was mich berühren sollte.

Sagte ich Dir heute schon,
daß ich Dich liebe?
Ich sollte es tun.
Es könnte doch Deine letzte Umarmung,
Dein letztes Wort an mich gewesen sein.
Sollte ich im Reich des Schweigens liegen
und Deine Worte nicht mehr spüren,
wird eine kalte Träne sich auf die Suche nach Dir begeben.
Sie wird den Weg zu Deinem Herzen finden,
und Dir sagen wie sehr Du fehlst.
Und wie sehr ich Dich liebe.

Zweifel

Es ist das Gefühl,
eine Hürde übersprungen zu haben
und sich noch im freien Fall zu befinden.
Und nicht zu wissen, was folgt.
Hat meine Liebe Dein Herz erreicht oder hat mein Sprung es mit hinunter gezogen?
Gaben Dir meine Küsse das Gefühl zu schweben,
oder einen bitteren Geschmack beim wachwerden?
Wo bist Du, mein Herz?...
Ich möchte Dich süß überwinden und Dich schweben lassen.
Mit mir, im freien Fall der Liebe

disclaimer